Eurotoques
Gesunde Ernährung und Eßkultur

 
Organisation Ziele

 
Aktivitäten Zusätzliche Informationen

 
Organisation

Eurotoques wurde 1986 als nicht-kommerzielle Organisation vom Drei-Sterne-Koch Pierre Romeyer (Belgien) und dem damaligen EU-Präsidenten Jaques Delor gegründet. Unter diesem Namen - Euro weist auf den regionalen Schwerpunkt hin und la toque bezeichnet den Kochhut, das Standeszeichen der Köche - vereinigen sich seitdem insbesondere europäische Spitzenköche, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Der Sitz des Internationalen Büros ist derzeit Mailand, Eurotoques ist jedoch in jedem Land der Europäischen Union vertreten, darüber hinaus auch in der Schweiz, den USA, Japan und Brasilien. Jedes Land hat eine eigene Organisation mit einem Präsidenten und/oder Generalbevollmächtigten mit eigenem Büro.

Eurotoques International ist eine rechtlich anerkannte Vereinigung mit eigenen Statuten. Entscheidungsberechtigt in allen Fragen der Organisation und Verwaltung ist die internationale Generalversammlung.

Die laufenden Geschäfte werden von einem "board of directors" erledigt, dem die Repräsentanten (Präsidenten, Geschäftsführer) einzelner Mitgliedsländer angehören. Sie werden, ebenso wie der Präsident von Eurotoques International und sein Beraterkreis, auf der Generalversammlung gewählt bzw. nach Ablauf von drei Jahren bestätigt.


 
Ziele

Eurotoques tritt für eine gesunde Ernährung und Pflege der europäischen Eßkultur ein und sieht sich in dieser Funktion als Anwalt der Verbraucher.

Dabei unterstützt Eurotoques
 die Bewahrung und Wiederentdeckung regionaler Traditionen,
die Verwendung gesunder, unbedenklicher Produkte im kulinarischen Bereich und
 den Einsatz frischer, der Jahreszeit und der Region entsprechender Lebensmittel. 

Eurotoques tritt ein für
 eine traditionell-handwerkliche Küche mit unverfälschten Lebensmitteln, 
wenn möglich aus ökologischem Landbau, artgerechte Tierhaltung, 
vorzugsweise aus der Region und der Saison.

In seiner Lebensmittel-Charta fordert Eurotoques, in der Landwirtschaft
die natürlichen Lebensgrundlagen (Boden, Wasser, Luft), 
die Artenvielfalt (Tiere und Pflanzen) und 
die Ressourcen zu schonen und dauerhaft zu erhalten,
die Bewirtschaftungsmethoden an den Naturhaushalt anzupassen und
die Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft zu reduzieren 
(z.B. Überdüngung von Gewässern und Böden, Schadstoffeinträge, Bodenerosion) sowie die Kulturlandschaft und kulinarischen Traditionen 
der Regionen Europas zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

In seiner Lebensmittelcharta verurteilt Eurotoques dagegen
die schnelle und unkontrollierte Entwicklung der Biotechnologie 
innerhalb der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie,
die wachsende Zahl der Verfahren zur künstlichen Verlängerung 
der Lagerfähigkeit von Produkten und
den steigenden Gebrauch von schädlichen chemischen Substanzen, 
die der Steigerung der Leistungs- und Ertragsfähigkeit von Ernte und Vieh dienen.

Ganz entschieden wendet sich Eurotoques gegen
die künstliche industrielle Erzeugung von Lebensmitteln 
(z.B. Würzmischungen, Fertigsoßen), 
Produkte der Fast-Food-Designer (Fertiggerichte),
Genmanipulation, daß heißt Eingriffe in das Erbgut bei Pflanzen und Tieren, 
da Genfood viele Risiken, z.B. von der Freisetzungsproblematik 
bis hin zu neuen Allergien bei Verbrauchern birgt, 
die Massentierhaltung und 
Verwendung von Hormonen und Antibiotika in der Tiermast.


 
Aktivitäten

In einem Ehrenkodex verpflichten sich die in Eurotoques zusammengeschlossenen Köche, in ihrem Berufsleben, das heißt insbesondere in ihren Restaurants bei der Bewirtung ihrer Gäste die Ziele von Eurotoques umzusetzen.

Auf die Ausbildung ihres Berufsstandes nehmen die Eurotoques-Chefs auf doppelte Art Einfluß. Zum einen legen sie Wert darauf, daß sie traditionelle und grundlegende Verarbeitungsweisen an ihren Nachwuchs weitergeben, so daß das Erlernen echten handwerklichen Kochens gewährleistet ist. Zum anderen wirken sie bei der Festlegung von Ausbildungsrichtlinien der IHK mit, um zu verhindern, daß der Gebrauch und die Verarbeitung industriell vorgefertigter Produkte zum Gegenstand der Ausbildung von Köchen/Köchinnen wird. Um die Weiterbildung ihres Nachwuchses zu fördern, vergibt Eurotoques Stipendien und unterstützt zahlreiche Austauschprogramme.

Besonderes Augenmerk widmet Eurotoques der Erziehung der nächsten Generation, die bereits mit dem Programm "Schmecken mit allen Sinnen" in Kindergärten beginnt und sich unter Anleitung von Spitzenköchen mit einer Geschmacksunterrichtung an einer Vielzahl von Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien fortsetzt.

Darüber hinaus wird ein Großteil der Bevölkerung durch breitangelegte Aktivitäten angesprochen, um das Interesse an dem Kulturthema Kochen, Essen, Trinken, Genießen, Ernährungs-Qualitätsbewußtsein und Lebensstil zu wecken. Zu derartigen Veranstaltungen gehören z.B. das jährliche Europäische Koch-Festival, die Eurotoques-Trophy, die europaweite Woche des Geschmacks und die Deutschen Schülerkochmeisterschaften.

Darüber treten Eurotoques-Chefs mit zahlreichen Aktionen in der Öffentlichkeit für eine gesunde Ernährung und die Pflege der Eßkultur, z. B. in Referaten, mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen ein. Zu diesen Themenkreisen gehören u.a.
Schutz des Herkunftsbereiches bei Lebensmitteln,
die korrekte Auszeichnung von Lebensmitteln 
(z.B. das Reinheitsgebot bei Schokolade) sowie
eine umfassende Kennzeichnungspflicht
(Zusatzstoffe, Enzyme, Aromen, Geschmackstoffe und Gene),
Gefahren bei der Verwendung von Zutaten und Zusätzen)
(z.B. jodiertes Speisesalz und freies Glutamat),
Ablehnung von Lachgas in der Küche,
Warnung vor EHEC-Bakterien,
Verbot von Singvögeln auf deutschen Speisekarten.

Bekannt ist Eurotoques auch für eine umfangreiche Lobbyarbeit in Brüssel, um im Sinne ihrer Ziele auf Gesetzgebungsverfahren in Europa Einfluß zu nehmen.

Des weiteren wird auf zahlreiche Eurotoques-Zirkel verwiesen, die sich in verschiedenen Städten unter Einbeziehung von Erzeugerverbänden, Verbänden des ökologischen Land- und Weinbaus, Energieverbänden, Feinkosthändlern und Lieferanten von Fisch und Wild, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie Volkshochschulen gebildet haben, für eine gesunde Ernährung sowie Eßkultur eintreten und für interessierte Mitglieder offen stehen.


 
Zusätzliche Informationen

Weitere interessante Informationen sind auf der eigenen Web-Seite von Eurotoques erhältlich. Auf Wunsch kann dort auch eine umfangreiche Fibel angefordert werden, die ausführlich Auskunft über die Oraganisation von Eurotoques, deren Ziele und Aktivitäten gibt. 
Darüber hinaus wird auf die Eurotoques-Stiftung hingewiesen, die sich über jede finanzielle, aber auch ideelle Unterstützung freut.


 
Copyright Eurotoques in 73667 Ebnisee/Schwäbischer Wald Winnenderstr.10 

 
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