Bayerisches Nationalmuseum


Das Bayerische Nationalmuseum gehört zu den großen kunst- und kulturgeschichtlichen Museen Europas. Hauptgebiet der vielseitigen Bestände ist der süddeutsche Raum mit dem Schwerpunkt Bayern.

Im Jahr 1855 von König Max II. gegründet, beherbergt das Museum als Kernbestand den Kunstbesitz der Wittelsbacher. Diese fürstliche Sammlung wurde im Laufe der Zeit durch die systematische Erwerbung hochrangiger Einzelstücke und kompletter Privatsammlungen erweitert. Internationale Bedeutung besitzt die Skulpturensammlung. Europäisches Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zum Jugendstil kann auf drei Stockwerken umfassend präsentiert werden. Weltberühmt sind die Krippen aus dem Alpenraum und aus Italien.


 
 

Blick auf das Gebäude des Bayerischen Nationalmuseums
Foto Bayerisches Nationalmuseum


 
 
Fayence- und Porzellansammlung

Die Schausammlung des Bayerischen Nationalmuseums wurde um vier neu eingerichtete Säle erweitert, in denen süddeutsche Fayencen und Porzellane des 18. Jahrhunderts ausgestellt sind.
Den Schwerpunkt bildet das Nymphenburger Porzellan, von dem das Museum höchst qualitätvolle Bestände besitzt. Ein Raum ist Franz Anton Bustelli gewidmet, dem bedeutendsten Porzellanfiguristen des Rokoko. Seine wohl berühmtesten Werke, die Figuren der Italienischen Komödie, werden in vorzüglicher Bemalung präsentiert. Zu einem Spaziergang in das Rokoko lädt die Rekonstruktion eines Lustgartens ein, der 1755 bei der Hochzeit der bayerischen Prinzessin Maria Anna die Desserttafel schmückte.
Ein Saal ist der Pfälzer Porzellanmanufaktur Frankenthal gewidmet, die auch nach der Verlegung der Residenz des pfälzisch-bayerischen Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München dessen bevorzugte Manufaktur blieb. Süddeutsche Fayencen sind durch Meisterwerke der Manufakturen Nürnberg, Ansbach, Bayreuth, Friedberg, Göggingen und Künersberg vertreten. 


 
 

Das Gartendessert der kurbayerischen Porzellanmanufaktur (1755)
Foto Bayerisches Nationalmuseum 


 
 

Figuren der Commedia dell’arte: 
Isabella und Octavio*
Porzellanmanufaktur Nymphenburg (1760)
Modelle von Franz Anton Bustelli 
Foto Bayerisches Nationalmuseum 

Figuren der Commedia dell’arte: 
Mezzetino und Lalagé
Porzellanmanufaktur Nymphenburg (1760/65)
Modelle von Franz Anton Bustelli
Foto Bayerisches Nationalmuseum 

*Leihgabe des Freundeskreises des Bayerischen Nationalmuseums
 
 

Réchaud mit Spiritustasse
mit Gartenlandschaften
Porzellanmanufaktur Nymphenburg (um 1760)
Foto Bayerisches Nationalmuseum 


 
 

Walzenkrug mit Postdarstellung 
Fayencemanufaktur Künersberg (1757)
Foto Bayerisches Nationalmuseum 


 
 
Das Hildesheimer Tafelservice

Das weitaus umfangreichste unter den erhaltenen deutschen Silberservicen des 18. Jahrhunderts ist das der Hildesheimer Hofhaltung. Da der Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen bei seinem Regierungsantritt in Hildesheim 1763 keinerlei Tafelausstattung vorfand, bestellte er sogleich in Augsburg ein repräsentatives Silberservice. Nur wenige Monate später lieferten zwei Augsburger Silberhandlungen das vielteilige Ensemble an den fürstbischöflichen Hof. Das in der Folge der Aufhebung des Hochstifts Hildesheim 1802 dem letzten Fürstbischof zum Gebrauch überlassene Service ging nach dessen Tod 1825 in den Besitz des Welfenhauses über. 1981 konnte das Bayerische Nationalmuseum den Kernbestand des Komplexes erwerben. Das in der jetzigen Präsentation auf 30 Couverts ausgelegte Service ist auf der Grundlage historischer Pläne für den ersten Gang gedeckt. Die sorgfältig abgestufte Komposition gipfelt in den Tafelaufsätzen Bernhard Heinrich Weyhes, die zu den glanzvollsten Schöpfungen des Rokoko zählen. 


 
 

Tafelservice des Hildesheimer Fürstbischofs Friedrich Wilhelm von Westphalen
Bernhard Heinrich Weyhe (1701-1782) und weitere Goldschmiede
Augsburg (um 1761/63)
Foto Achim Bunz, München 


 
 

Tafelaufsatz aus dem Hildesheimer Tafelservice
Foto Bayerisches Nationalmuseum 


 
 
Italienische Majolika

Zu den Beständen des Museums gehört auch die Sammlung der italienischen Majolika.


 
 

Saal 24: Italienische Majolika
Foto Bayerisches Nationalmuseum 


 
 

Große Platte mit Szenen aus der Geschichte der Kallisto
Urbino, zweites Viertel 16. Jahrhundert
Foto Bayerisches Nationalmuseum 


 
Fotos Copyright Bayerisches Nationalmuseum in München bzw.
Achim Bunz in München 

 
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