Historisches Museum Basel

Haus zum Kirschgarten


Das Haus zum Kirschgarten wurde in den Jahren zwischen 1775 und 1780 nach Plänen des Basler Architekten Johann Ulrich Büchel erbaut. Auftraggeber war der Seidenfabrikant Johann Rudolf Burckhardt-de Bary. Für ihn entstand das repräsentative Stadtpalais in frühklassizistischen Formen, das die Funktionen eines Wohn- und Geschäftshauses miteinander verband.

Nach mehreren Besitzerwechseln, die zahlreiche Umbauten mit sich brachten, wurde das Haus zum Kirschgarten 1951 als Teil des Historischen Museums Basel eröffnet; 1986 konnte die Ausstellungsfläche noch im angrenzenden Haus "Zum kleinen Kirschgarten" erweitert werden.

Das Museum zeigt auf zwei Stockwerken Basler Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts. In den anderen drei Etagen werden bedeutende Spezialsammlungen von internationalem Rang (Deutsches Porzellan des 18. Jahrhunderts, Straßburger Fayencen, Uhren, Spielzeug) präsentiert. Insgesamt erstreckt sich die Ausstellung, die 50 Räume umfaßt, über fünf Stockwerke. Ein stimmungsvoller kleiner Garten mit einem spätbarocken Pavillon vervollständigt das Ensemble.


 
 

Haus zum Kirschgarten
Luftaufnahme


 
 

Familienbildnis Peter und Anna Burckhardt-Focart 
in einem Basler Intérieur
Detail
Maler J.J. Kauffmann (1775)


 
 

Silberne Teekanne
Johann Fechter (um 1740)
Basel


 
 

Silberne Chocolatière
Hans Jacob d'Annone (um 1720)
Basel

Silberne Kaffeekanne
Johann Heinrich Cappaun (um 1735)
Basel


 
 

Silberner Wasserkessel mit Réchaud
Witwe von Johann Ulrich III. Fechter (um 1770)
Basel


 
 

Entenpaar als Deckelterrinen 
Straßburger Fayence (Mitte 18. Jahrhundert)
Paul Hannong
Modell von Johann Wilhelm Lanz


 
 

Zuckerstreuer 
Zürcher Fayence (um 1775)


 
 

Teekessel mit Chinoiserien
Meissen (um 1740)
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung


 
 

Teller mit Schmetterlingsdekor
Meissen (um 1740)
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung


 
 

Das Hündlein der Königin
Meissen (1738/39)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung


 
 

Avvocato
Meissen (um 1748)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung


 
 

August der Starke
Meissen (1728)
Johann Christoph Lücke
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung


 
 

Haushälterin 
Meissen (nach 1754)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto Jürgen Karpinski


 
 

Tanzende Harlekinfamilie 
Meissen (1738)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto HMB Peter Portner


 
 

Tanzende Colombine 
Meissen (1764)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto Jürgen Karpinski

Kleiner Harlekin 
Meissen (1731/32)
Johann Gottlieb Kirchner
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung 
Foto Jürgen Karpinski


 
 

Drei tanzende Pulcinelli 
Meissen (um 1740)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto HMB Peter Portner


 
 

Colombine und Pantalone 
Meissen (um 1741)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eigenbeiss-Stiftung
Foto HMB Peter Portner


 
 

Colombine mit Castagnetten und Maske 
aus der Serie Commedia dell'arte-Figuren
für den Herzog von Weissenfels
Meissen (1743/45)
Peter Reinicke und Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto HMB Peter Portner

Dottore Bolardo, Pedrolino und Scapin 
aus der Serie Commedia dell'arte-Figuren
für den Herzog von Weissenfels
Meissen (1743/45)
Peter Reinicke
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto HMB Peter Portner


 
 

Teekanne in Gestalt eines sitzenden Affen 
Meissen (nach 1754)
Johann Joachim Kändler
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Foto Jürgen Karpinski


 
 

Speiseservice aus dem Segerhof
Steingut
England

Im Haus zum Kirschgarten befindet sich im 2. Obergeschoß das Esszimmer aus dem 1787 bis 1790 erbauten Segerhof. 1995 konnte dieses gediegene Ensemble mit dem ehemaligen Tafelservice des Segerhofs auf das Glücklichste ergänzt werden.

Das Service setzt sich aus undekoriertem, cremefarbigem Steingut verschiedener englischer Manufakturen zusammen. Die stattliche Zahl von 72 Esstellern wird ergänzt durch eine nicht minder eindrückliche Menge an Raviers, Platten, Schüsseln, Terrinen, Kerzenständern und einen dreistöckigen Tafelaufsatz. Die meisten Teile stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts, wozu noch ein paar spätere Ergänzungen des frühen 19. Jahrhunderts kommen. Die Einzelteile sind - was in Anbetracht des recht einheitlichen Erscheinungsbildes des Services zunächst erstaunt - stilistisch unterschiedlich: Teller und Terrinen sind noch ganz der Formensprache des Barock verpflichtet, während die als Pfeiler ausgebildeten Kerzenständer im rein klassizistischen Geschmack gehalten sind.


 
 

Haus zum Kirschgarten
Ansicht der Gartenfassade


 
Fotos Copyright Historisches Museum Basel in Basel

 
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